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Natur erleben mit Kindern

Als Kinder waren wir immer draußen, wenn es das Wetter zuließ. Wir spielten im Wald, untersuchten Bachläufe und drehten Steine um, um neue Tiere zu entdecken. Wir möchten unseren Kindern wieder die Natur zeigen, zusammen rausgehen und kleine Wunder erleben.

Wir laufen in Wega, einem Stadtteil von Bad Wildungen, an Der Eder entlang. Hier finden wir Schlammteiche, die wunderbar idyllisch sind. Wir haben eher das Gefühl, durch einen Park zu laufen. Dennoch sind wir mitten in der Natur. Eine Schwan-Familie schwimmt durchs Wasser, ein Graureiher wartet regungslos auf einem knapp über dem Wasser liegenden Ast. Blässhühner rudern aufgeregt umher. Wir betrachten das Treiben auf dem Wasser. Die ganze Familie ist unterwegs mit einem Picknickkorb. Wir finden eine Blumenwiese mit Tisch und Bänken, ideal für unser Picknick. Was haben wir dabei? Nicht viel! Etwas Brot, Essig und Öl sowie Getränke. Unser Kind wird lernen, wie die Natur unseren Tisch deckt.

Nehmt Platz im Restaurant Natur

Wir finden alles, was wir für einen leckeren Salat auf der Wiese brauchen. Unsere Tochter glaubt es nicht. Wir lassen sie die Zutaten zusammensuchen. Alles wächst hier in Massen und ist schnell gefunden. Unkraut, mit dem wir eine ganze Mahlzeit zubereiten.

Löwenzahn, der gesunde Salat

Wir helfen unserer Tochter und sammeln erstmal Löwenzahn. Löwenzahn ist supergesund. Du kannst alles, sogar die Blüten essen. Dann fragt sie: „Warum sehen die Blätter eigentlich so unterschiedlich aus?“ Wir erklären ihr, dass Löwenzahnblätter, die in der Sonne wachsen, also sehr viel Licht bekommen, ganz zackig wachsen, während Blätter, die im Schatten wachsen, keine Zacken haben, sondern eine viel größere Oberfläche haben. Die Blätter sehen deshalb komplett unterschiedlich aus. Wir versuchen, junge, frische Blätter, nicht die großen, alten Blätter zu pflücken. Die sind milder und schmecken einfach besser. Übrigens, entgegen vieler Mythen ist die weiße Milch des Löwenzahns nicht giftig und essbar. Wir schneiden die Blätter klein für unseren Salat.

Knoblauchsrauke für ein tolles Aroma

Bei den Bäumen finden wir die Knoblauchsrauke. Sie ist unscheinbar und wirkt irgendwie schüchtern. An schattigen Plätzen ernten wir sie heute in großen Mengen. Wir finden mehr, als wir überhaupt brauchen. Stolz präsentiert unsere kleine Tochter einen ganzen Strauß.

Knoblauchsrauke schmeckt ähnlich wie Bärlauch, nur etwas milder. Leider ist sie nicht haltbar. Wenn du sie trocknest oder einfrierst, verliert sie schnell ihr Aroma. Wir verwenden für unseren Salat die zarten Blätter und die jungen Fruchtstände. Diese sind noch grün und nicht reif, du kannst sie aber bereits essen. Sie schmecken anders als die Blätter, eher wie Kresse. Sie sind leicht scharf und aromatisch. Später, wenn die Samen reif sind, kannst du sie ernten und als Pfefferersatz verwenden. Auch die kleinen, weißen Blüten im Frühling sind essbar und eine prima Deko für den Salat.

Natur mit allen Sinnen erleben - Draußen bekommen wir Hunger. Gut, dass unser Salat auch richtig gut schmeckt, mit Zutaten, die du überall findest. Du musst nur die Augen offen halten.
Natur mit allen Sinnen erleben - Draußen bekommen wir Hunger. Gut, dass unser Salat auch richtig gut schmeckt, mit Zutaten, die du überall findest. Du musst nur die Augen offen halten.

Deko von der Wiese

Wenn die Knoblauchsrauke nicht mehr blüht, müssen andere Blüten zur Deko herhalten. Wir nehmen Gänseblümchen. Jeder kennt sie, aber nur wenige wissen, dass sie essbar sind. Wir sammeln einige Blüten, um unseren Salat zu dekorieren. Gänseblümchen haben einen intensiven Geschmack, der an Petersilie erinnert. In Öl eingelegt, kannst du sie als Ersatz für Kapern verwenden. Tatsächlich haben Gänseblümchen in der Naturküche viel zu bieten. Probiere sie doch mal. Du kannst sie einfach von der Wiese essen. Sie schmecken gut.

Etwas mehr Würze mit Schafgarbe

Schafgarbe wächst auf jeder Wiese und in jedem Garten. Sie ist ein häufiges Unkraut. Wusstest du, dass du sie prima essen kannst? Sie schmeckt sehr würzig. Verwende sie sparsam, sonst dominiert sie die Mahlzeit. Wir schneiden einige frische Blätter klein und geben sie zu unserem Salat. Aber Vorsicht: Manche Menschen reagieren allergisch auf Korbblütler. Wenn du dieses Problem hast, verzichte lieber auf Schafgarbe.

Ein seltener Gast

An den Bäumen im Schatten, dort, wo auch die Knoblauchsrauke wächst, finden wir eine ganz besondere Blume: das Knabenkraut. Knabenkraut ist eine einheimische Orchideenart. Es sieht wirklich hübsch aus, und unsere Tochter würde es gern pflücken. Wir erklären ihr, dass sie solche Blumen nicht pflücken darf. Manche Pflanzen sind eben geschützt. Im Nationalpark Kellerwald-Edersee finden sich mehrere, teils extrem seltene Blumen, wie die Pfingstnelke, der Kreuzenzian, und halt auch das Knabenkraut. Knabenkraut ist zwar nicht so selten wie die anderen genannten Pflanzen, pflücken solltest du es aber dennoch nicht. Auf jeden Fall freuen wir uns über den Fund.

Da haben wir den Salat

Und schon haben wir alle Zutaten für unseren Salat gefunden. Alles finden wir in rauen Mengen vor Ort. Jetzt machen wir ihn mit Leinöl und Balsamico-Essig an. Opa hat den größten Hunger und schlägt sofort zu. Unsere Tochter ist erstmal skeptisch und schaut neugierig zu. Zum Salat reichen wir noch einige Scheiben Brot. Unser Picknick ist perfekt, lecker und gesund.

edlake-Fazit: Der Salat ist tatsächlich sehr lecker. Wir sind unserem Ziel, Kinder für die Natur zu begeistern, ein Stück näher gekommen. Unsere Zutaten sind zudem ungefährlich, weil du sie kaum mit anderen Pflanzen verwechseln kannst. Wenn du unsicher bist, Pflanzen zu erkennen, gibt es Handy-Apps, mit denen du einfach ein Foto der Pflanze machst und sie von der App sicher bestimmen lässt.

Uns hat es Spaß gemacht, uns von der Natur verwöhnen zu lassen, und wir sind obendrein satt geworden. Volle Punktzahl für diesen Nachmittag.

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