Der Bionik-Pfad im Naturpark Diemelsee
Der Bionik-Pfad im Naturpark Diemelsee

Klassenzimmer Natur – der Naturpark Diemelsee

Es ist kein Geheimnis, dass die Natur ein großartiger Lehrer ist. Der Bionik-Pfad im Naturpark Diemelsee hat sich diesen Gedanken auf eine ganz besondere und vor allem spannende Weise zu eigen gemacht.

Das Erlebnis: Natur trifft Technik

Zugegeben, der Begriff „Bionik-Pfad“ wirkt im ersten Moment ein wenig befremdlich und klingt nicht unbedingt nach etwas, was man sich an einem Sonntagnachmittag gemeinsam mit seinen Kindern „antun“ möchte. Doch hinter dem, was hier so nach Schule klingt, verbirgt sich ein wirklich toller Erlebnis-Pfad, der Familien mit Kindern und neugierige Erwachsene gleichermaßen anspricht. 

Auf rund fünf Kilometern befinden sich in regelmäßigen Abständen – ohne lange Quengelstrecken – interaktive Stationen, die Naturphänomene und ihren Nutzen nicht nur erklären, sondern auch die Möglichkeit bieten, diese Phänomene spielerisch selbst unter die Lupe zu nehmen.

Was ist eigentlich Bionik?​

Im Zusammenhang mit diesem Artikel eine berechtigte Frage. Im Wortsinn ist es die Verbindung von Biologie und Technik. Es geht darum, Phänomene aus der Natur zu verstehen, diese technisch nachzuahmen und für den Menschen nutzbar zu machen. Wenn also das Wasser aus eurem Waschbecken abperlt oder ihr den Klettverschluss an eurer Jacke schließt, dann ist dies das Ergebnis von Bionik.

Natur verstehen

Wer sich also schon einmal gefragt hat, wie die Welt durch die Augen einer Libelle aussieht oder wie eine Fledermaus hört, der darf gespannt sein. Auf einer Wegstrecke von nur 90 Minuten reist man durch sieben* spannende Bereiche der Bionik, die nicht nur ausführlich erklärt werden, sondern durch Experimente auch sofort selber ausgetestet werden können. Kinder und Erwachsene kommen dabei gleichermaßen auf ihre Kosten: So werden die Kleinen auf den Info-Tafeln des Bionik-Pfad Marsberg im Naturpark Diemelsee ebenfalls gezielt angesprochen und können sich alle wichtigen Informationen in einfacher Sprache selbst erlesen oder vorlesen lassen.

Natur entdecken

Das eigentliche Highlight dieser Tour ist jedoch einmalige schöne und aufregende Landschaft hier im Naturpark. So verläuft der erste Abschnitt des Weges oberhalb der Diemel und ermöglicht so – besonders jetzt durch die noch kahlen Bäume – einen phänomenalen Blick auf Padberg, die Niedermühle und das unten verlaufende Diemeltal. In der Talebene selbst gibt es immer wieder kleine Furten, die jetzt nach der Schneeschmelze zwar nicht mehr zu überschreiten, aber für aufregende Entdeckungstouren am kühlen Nass umso besser geeignet sind.

edlake Tipp: Grube Christiane

Nur wenige Kilometer vom geologischen Garten liegt die Grube Christiane. Wer sich also für das Thema Geologie interessiert, kann einen Besuch dieser beiden Orte perfekt miteinander verbinden. 

Mehr Informationen zu diesen und anderen geologischen Themen findet ihr auf geopark-grenzwelten.de 

Natur begegnen

Doch nicht nur entlang der Strecke sondern auch an den beiden Einstiegstellen auf den Erlebnis-Wanderweg mit Markierung P2 (Padberg 2) gibt es einiges zu entdecken. So lädt am Wanderparkplatz Niedermühle auf der Padberger Seite ein wirklich schönes Wehr zum Entspannen, Durchatmen und Verweilen ein. Auch der große und geräumige Pavillon am Wanderparkplatz „Grube Reinhard“ auf der Giershagener Seite eignet sich mit seinen vielen Tischen ausgezeichnet zur Rast. Gleichzeitig ist er aber auch Informations- und Begegnungsstätte, denn hier laufen nicht nur sämtliche Rad- und Wanderwege der Gegend zusammen – er informiert auch über das regionale Bergbau- und Hüttenwesen sowie die Bionik und die Geologie. 

Seit Oktober 2021 ist er außerdem die Heimat des sogenannten Geologischen Gartens. Er nimmt seine Besucher mit auf eine Reise durch die Erdgeschichte in der Gemarkung Giershagen und bietet ihnen die Möglichkeit, die verschiedenen einheimischen Gesteinsarten und ihre Vorkommen im direkten Kontakt zu entdecken. 

Da beide Wanderparkplätze mehr oder weniger auf halber Strecke liegen, macht es also Sinn, sich vorab zu überlegen, an welchem Ort man lieber ein bisschen Zeit verbringen will. Da die Stationen inhaltlich nicht aufeinander aufbauen, ist der Einstieg problemlos von beiden Seiten möglich.

Wie funktioniert der Klettverschluss? An der zweiten Station des Bionik-Pfad Marsberg im Naturpark Diemelsee achen Gloria (links) und Anna-Lune die Probe aufs Exempel und vergleichen den Klettverschluss der Station mit den Widerhaken der Großen Klette, die rund um die Station wächst.
Wie funktioniert der Klettverschluss? An der zweiten Station des Bionik-Pfad Marsberg im Naturpark Diemelsee achen Gloria (links) und Anna-Lune die Probe aufs Exempel und vergleichen den Klettverschluss der Station mit den Widerhaken der Großen Klette, die rund um die Station wächst.

Natur testen

Papier ist bekanntlich geduldig, und weil wir als Redaktion natürlich viel schreiben können, haben wir uns bei diesem Artikel auf das strenge Urteil von Profis verlassen. Anna-Lune (10) und Gloria (8) haben gemeinsam mit Mama Annelies und Hündin Spotty den Bionik-Pfad für uns getestet.

Das Fazit nach einigen Stunden mit Redakteurin und Fotograf: „Das hat Spaß gemacht – können wir das öfter machen?” Wir haben also nicht nur ein paar neue Junior-Reporterinnen akquirieren können, sondern lagen scheinbar auch mit unserer Themen-Auswahl nicht ganz verkehrt. Wir bedanken uns bei unserer Leserin Annelies und ihrer Rasselbande für den schönen Nachmittag. 

Weitere Informationen

Wer nun neugierig geworden ist und mehr über den Bionik-Pfad Marsberg im Naturpark Diemelsee erfahren möchte, kann sich auf bionikpfad-marsberg.de genauer informieren.

*Anmerkung der Redaktion: In Rücksprache mit den Betreibern haben wir erfahren, dass derzeit Optimierungsmaßnahmen an 2-3 Stationen durchgeführt werden und die dazugehörigen „Experimente“ möglicherweise vorübergehend nicht verfügbar sind. Eine App mit Audio-Guide für Sehbehinderte und Kinder wird das Angebot in Zukunft ebenfalls ergänzen.

Barrierefreiheit & Mobilität

Immer wieder wurde uns in den letzten Monaten mitgeteilt, dass es vor allem für Menschen mit Einschränkungen extrem schwierig ist, passende Freizeitangebote zu finden. Deshalb gefällt uns am Bionik-Pfad im Naturpark Diemelsee auch besonders gut, wie hier mit dem Thema Barrieren und Zugänglichkeit umgegangen wird. So kann man sich bereits im Vorfeld zum Besuch auf der Website – aber auch vor Ort – darüber informieren, welche Anforderungen die jeweilige Station an die Mobilität, das Hören oder Sehen der Besucher stellt. Und obwohl nicht alle Teilbereiche des Pfads gleichermaßen für Menschen mit körperlichen Einschränkungen geeignet sind, hat man sich doch sehr bemüht, mit einer mehr oder weniger steigungsfreien Ausweichroute eine barrierearme Alternative zu bieten. Die Strecke ist geteert, verläuft teilweise parallel zum eigentlichen Wanderweg zwischen den beiden Parkplätzen. Menschen mit eingeschränkter Mobilität haben so ebenfalls die Möglichkeit, zumindest einen Teil der Stationen selbst zu erleben. Von uns gibt es dafür beide Daumen hoch, und auch wir von der edlake Redaktion werden uns in Zukunft bemühen, auf solche wichtigen Informationen in unserem Heft gezielter hinzuweisen.

www.bionikpfad-marsberg.de

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