Fritzlar, Stadt der Türme

Fritzlar, Stadt der Türme

Für viele Einheimische ist Fritzlar ein modernes Mittelzentrum mit tollen Einkaufsmöglichkeiten, vielen Kulturveranstaltungen und einer ansprechenden Gastronomie. Und das alleine wäre Grund genug, der Stadt einen Besuch abzustatten.

Vergangenheit ist Gegenwart

Doch Fritzlar hat viel mehr zu bieten. Was als kleine Kirchen- und Klostergründung im frühen Mittelalter begann, wurde schon wenige Jahrhunderte später zu einem der bedeutendsten Orte der Geschichte, als König Heinrich I. mit seiner überraschenden Inthronisierung Franken und Sachsen hinter sich vereinte. Die Bedeutung, die Fritzlar darauf folgend im Mittelalter hatte, lässt sich heute noch an vielen Häuserfassaden ablesen. Fritzlar besitzt nicht nur einige der ältesten Bauten in Deutschland, sondern einige erfüllen sogar bis heute noch ihre ursprüngliche Funktion. So ist das imposante Rathaus aus dem Jahr 1109 der älteste Amtsbau Deutschlands, der auch gestern wie heute als solcher genutzt wird.

Das Rathaus aus dem Jahr 1109 ist der älteste Amtsbau Deutschlands und wird auch heute noch als Verwaltungsstelle der Stadt Fritzlar genutzt.
Das Rathaus aus dem Jahr 1109 ist der älteste Amtsbau Deutschlands und wird auch heute noch als Verwaltungsstelle der Stadt Fritzlar genutzt.

Alt, älter, Fritzlar

Das Rathaus ist allerdings nicht allein auf weiter Flur. In Fritzlar gibt es einige Gebäude, die den Zerfall, die Zerstörung und den Wiederaufbau ihrer direkten Nachbarn jahrhundertelang miterlebt haben. Ein besonders schönes Ensemble befindet sich rund um den Rolandsbrunnen am Marktplatz im historischen Stadtkern. Hier stehen die schmalen und mehrstöckigen Fachwerkhäuser dicht gedrängt und verleihen dem Ort den einmalig schönen Charakter einer vom Mittelalter geprägten Stadt.

Auch zwei gotische Steinhäuser aus dem frühen 14. Jahrhundert finden sich unweit dieses kulturellen Zentrums. Aufgrund der sehr kostspieligen Bauweise waren diese Häuser vor allem den gutbetuchten Bürgern (Patrizier) vorbehalten – ähnlich wie das sehr beeindruckende Hochzeitshaus. Der Fachwerkbau stammt aus dem 16. Jahrhundert und beherbergt heute das Geschichts- und Heimatmuseum der Stadt Fritzlar.

Turmstadt Fritzlar

Ein weiterer Zeitzeuge der „Urbs Turrita“, der turmreichen Stadt, steht im höher gelegenen Teil der Altstadt. Der Dom St. Peter ist mit seinem Domschatz und -museum nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel für Besucher, sondern fungiert auch heute noch als katholische Stadtpfarrkirche. Als Wahrzeichen Fritzlars ist er nicht nur identitätsstiftend und kirchengeschichtlich relevant, sondern es handelt sich bei der ehemaligen Kloster- und Stiftskirche auch um eines der wichtigsten Baudenkmäler Hessens.

Die Bronze-Statue vor dem Dom erinnert an Bonifatius, der im 8. Jahrhundert den Grundstein für die heutige Stadt Fritzlar legte.
Die Bronze-Statue vor dem Dom erinnert an Bonifatius, der im 8. Jahrhundert den Grundstein für die heutige Stadt Fritzlar legte.

Neben ihm und dem Grauen Turm, der mit rund 38 Metern als einer der größten erhaltenen Wehrtürme Deutschlands gilt, gibt es über 30 weitere Türme in der Stadt, denen Fritzlar ihren Beinamen verdankt. Nicht nur aufgrund seiner spannenden Ausstellung zur Stadtgeschichte (die in den Wintermonaten leider geschlossen ist) eignet sich der Graue Turm als idealer Ausgangspunkt, um die Altstadt fußläufig zu erkunden. Der großzügige Parkplatz mit kostenlosen Stellplätzen macht ihn ebenso attraktiv. Hier startet außerdem der sogenannte „Rondengang“, ein Rundweg entlang der rund 2,5 km langen Stadtmauer, die in weiten Teilen noch vollständig erhalten ist.

Gut geführt

Wer jedoch nicht alleine losziehen oder die Stadt von einem Profi gezeigt bekommen will, ist bei der Stadtführergilde Fritzlar e.V. gut aufgehoben. Getreu dem Motto „Einfach kommen und mitgehen“ veranstaltet der Verein von März bis Oktober tägliche Altstadtführungen. Ohne Anmeldung und für nur vier Euro können Besucher und Interessierte sich einfach zu den auf der Website angegebenen Uhrzeiten am Rathaus einfinden und teilnehmen. In den Wintermonaten sieht das Angebot etwas anders aus, aber auch hier muss man nicht auf die Stadtführungen verzichten. Der Rundgang Dom- und Kaiserstadt kann das ganze Jahr gebucht werden und ist zum Festpreis auch für Kleingruppen verfügbar. Darüber hinaus gibt es jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit eine Sonderführung „Zwischen Tannengrün und Lichterglanz“, die sich den Adventsgeschichten und regionalen Brauchtümern widmet. Weihnachtsgebäck und Glühwein dürfen bei dieser besonderen Tour, die auch als After-Work-Event möglich ist, natürlich nicht fehlen.

edlake Tipp:
Domschatz & Dommuseum
können dienstags bis samstags von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr besichtigt werden. An Sonn- und Feiertagen ist das Museum nachmittags von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Mehr Informationen unter www.dommuseum-fritzlar.de

Mehr Informationen zu den Stadtführungen und die Buchungsseite findet ihr hier:
www.gilde-fritzlar.de

Die Stadt Fritzlar ist zu jeder Jahreszeit ein attraktives Reiseziel und ermöglicht Besuchern, Geschichte hautnah zu erleben.

Mehr Informationen findet ihr auf
www.fritzlar.de

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