Eine Grenzerfahrung – die GeoRadroute Ruhr-Eder im Sauerland
Eine Grenzerfahrung – die GeoRadroute Ruhr-Eder im Sauerland

Eine Grenzerfahrung – die GeoRadroute Ruhr-Eder

Mit rund 210 km ist die GeoRadroute Ruhr-Eder nicht gerade der kürzeste, aber sicherlich einer der schönsten und lehhrreichsten Radrundwege in unserer Region Sauerland/Waldeck-Frankenberg.

Gut gepflegt, ausreichend beschildert und dennoch fast selbsterklärend – zumindest in der B-Note hat der thematische Rundweg schon mal einen Platz auf dem Treppchen belegt.

Etappe für Etappe

Offiziell startet die GeoRadroute Ruhr-Eder am Bahnhof in Winterberg – doch da es ein Rundweg ist, ist der Einstieg grundsätzlich an jeder Stelle des Weges möglich. Auch die Frage, ob man in Richtung Olsberg oder gen Süden nach Hallenberg aufbricht, ist grundsätzlich erst einmal egal, da die Strecke in beide Richtungen ausreichend beschildert ist. 

Wir gehen jedoch davon aus, dass es einen Grund dafür gibt, dass die eigentliche Wegführung erst nach Norden geht, und dieser ist womöglich für geschulte Augen im Höhenprofil zu finden. 

An neuralgischen Streckenpunkten, zum Beispiel Touristik-Büros oder größeren Rast- und Pausenstätten, stehen außerdem Informationstafeln mit umfangreichen Informationen über den befahrenen Streckenabschnitt, Sehenswürdigkeiten und die jeweilige Region.

Das GEO in der Radroute

Doch was gibt es jetzt eigentlich zu sehen? Das „Geo“ steht natürlich nicht umsonst im Namen. Die Route erstreckt sich durch große Teile des sogenannten Geoparks GrenzWelten, der in seinem Ausbreitungsgebiet von 370.000 Hektar rund 45 Gemeinden und fünf verschiedene Landkreise miteinander vereint. Darüber hinaus verläuft die Strecke häufig im Grenzgebiet zwischen dem nordhessischen Waldeck-Frankenberg und dem nordrhein-westfälischen Sauerland. Eine zentrale Aufgabe besteht darin, über die Erdgeschichte der Region aufzuklären, Naturphänomene zu entschlüsseln und nachvollziehbar zu machen. 

Besucher der Strecke müssen jetzt trotzdem keine wissenschaftliche Exkursion befürchten, sondern sollten die vielfältigen Hinweise auf den Informationstafeln eher als Angebot verstehen.

Orte der BeGEOgnung

Und besonders spannend werden diese Angebote immer dort, wo sie mit dem, was man in seiner Umwelt wahrnimmt und erlebt, zusammenprallen. Aus diesem Grund gibt es entlang der Route auch einige der sogenannten GeoFoyers, die sich bestimmten Aspekten widmen. Der Kalkturm unweit der Korbacher Spalte ist zum Beispiel ein solcher Ort. 

Wer sich beim dortigen Besuch schon einige Zeit auf der Strecke befindet, wird hier auf einen Freund treffen, der sein Gesicht den Streckenmarkierungen zur Verfügung gestellt hat: den Procynosuchus – liebevoll auch Korbacher Dackel genannt.

edlake Tipp: GeoFoyer Korbach

Was hat Kalk mit der Entwicklung des Lebens und der Entwicklung der Stadt Korbach zu tun? Warum lag Korbach früher an einem tropischen Ozean nahe des Äquators?
Im Kalkturm und der angrenzenden Korbacher Spalte erfahrt ihr mehr zu diesen Fragen und lernt einiges über die Erdgeschichte.

www.korbach.de

Natur, Kultur, Freizeit

Doch auch Freizeitbäder, Museen oder andere Freizeiteinrichtungen befinden sich immer nur wenige Kilometer vom Weg entfernt, und manchmal führen sie sogar direkt daran vorbei, wie zum Beispiel am wunderbaren Waldfreibad Gudenhagen bei Brilon. 

Darüber hinaus erlebt man aber auch die schöne und oft unberührte Natur unserer vielen Naturparks. Wunderschöne Laubwälder im Nationalpark Kellerwald-Edersee stehen schon fast im harten Kontrast zu den mystisch wirkenden Sauerländer Nadelwäldern. 

edlake Bewertung: Wer sich an die GeoRadroute Ruhr-Eder wagt, sollte entweder ausreichend Kondition oder einen Elektromotor mitbringen. Während es auf den alten Bahntrassen eher gemütlich zugeht und auch für Durchschnittsfahrer durchaus eine angenehme Reisegeschwindigkeit zu erreichen ist, braucht es bei Steigungen bis 15% im Sauerländischen doch ordentlich Puste oder den zusätzlichen Elektro-Kick. 

Alles in allem ist die GeoRadroute definitiv eine lohnende Strecke, denn sie verbindet viele interessante Attraktionen und einige unserer schönsten Orte ganz ohne große Umwege oder aufwendiges Kartenlesen. Man kann sich also ganz auf die Natur einlassen und die unterschiedlichen Landschaften genießen. 

Besonders gut gefällt uns allerdings die Tatsache, dass es sich um einen Rundweg handelt und somit ein Einstieg in den Radweg wirklich ohne lange Anreisen von vielen Orten in unserer Region aus möglich ist. 

Übrigens, die GeoRadroute findet ihr auch bei outdooractive, im Tourenportal „Edersee I Deine Region!“ oder der dazugehörigen Handy-App.

Neugierig geworden?

Auf outdooractive findet ihr den Radweg mit allen Etappen.

www.outdooractive.com

Umfangreich informiert

Die Website georadroute.de ist im Vorfeld bei der Planung oder auch unterwegs – Handy-Empfang vorausgesetzt – eine tolle Anlaufstelle. So werden nicht nur organisatorische Fragen geklärt, sondern es gibt auch viele Empfehlungen für Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten entlang der Route. Auch Sperrungen von Streckenabschnitten werden hier – wenn zum Beispiel nach einem Unwetter nötig – kommuniziert. 

Für Leute, die sich gerne belesen oder das vertraute Gefühl einer Papierkarte in der Hand gegenüber den Outdoor-Apps wie outdooractive und komoot bevorzugen, besteht auch die Möglichkeit, gegen ein kleines Entgelt den sogenannten Geo-Führer „Radeln durch die Erdgeschichte“ oder eine reiß- und wetterfeste Leporello-Karte zur GeoRadroute zu bestellen. 

Auch unabhängig von der Haptik ist analoges Kartenmaterial generell keine schlechte Idee, denn die Strecke führt einen durchaus an die eine oder andere entlegenere Ecke, und damit ist der Handy-Empfang meist passé.

Warum die  GeoRadroute?
Was die GeoRadroute im Kern und unabhängig vom GEO auszeichnet, ist die große Vielfalt an unterschiedlichen Landschaften und damit auch die stetige Veränderung des Geländes. Von romantischen Bahntrassen über eng gewundene Waldwege oder asphaltierte Feldstrecken, das Terrain ändert sich ständig. Im einen Moment gleitet man noch entspannt über die weiten Ebenen mit einem fantastischen Fernblick – nur wenige Stunden später erklimmt man im Schneckentempo oder schiebend eine 15%-Steigung in den Ausläufern des Rothaargebirges.

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