Die Farben sind Taten des Lichts“, sagte einst Goethe, in seinem Buch über die Farbenlehre. In wenigen Worten erklärte er, wie ein physikalisches Phänomen gleichzeitig auch ein Akt der Schöpfung ist. Wir sind an Farben gewohnt. Sie sind ein allgegenwärtiger Teil unserer Welt und wir nehmen sie deswegen nicht immer bewusst wahr, gerade weil sie so selbstverständlich sind. Aber wenn Goethe selbst sich damit beschäftigt hat, muss es schon was heißen. Es ist nicht nur, dass die Farben schön sind. Sie haben wichtige Wirkungen auf Menschen, in vielerlei Hinsichten. Auf der emotionalen Ebene können uns Farben glücklicher oder melancholischer machen, energischer oder ruhiger. Sie können sogar unser Nervensystem beeinflussen, und somit Körperfunktionen wie Atmung oder Blutdruck, und spielen eine Rolle in vielen unseren Alltagsentscheidungen. Gar nicht unwichtig, oder?
Goethe hatte zwar in Rom seine Liebe zur Farbe entdeckt. So weit müssen wir aber dafür nicht reisen, um uns von den Farben bezaubern zu lassen. Egal wo wir uns befinden, bietet jede Jahreszeit eine Vielfalt an Farbenschmuck, und der Herbst lässt in dieser Hinsicht nichts zu wünschen übrig. Es sind noch Spätsommerblüten zu bewundern, die Vielfalt der Farben der Blätter, die sich fast von Tag zu Tag verwandeln, der Nebel morgens, der auch die ganze Natur in anderen Farben erscheinen lässt. Die Morgenröte und der Sonnenuntergang, die den Himmel in Tönen von Gold und Orange bis zu Rot und Violett erscheinen lassen. Alles um uns ist Farbe, alles um uns ist ein wunderbares Spiel des Lichts, ein Geschenk der Natur, und es gilt nur, genau hinzuschauen, bewusst die Farbenpracht um uns herum wahrzunehmen und sich verführen zu lassen.
Vielleicht kommt es dem einen oder dem anderen merkwürdig vor, dass ich so von den Farben schwärme. Es dürfte vielen bewusst sein, dass die Hunde nicht alle Farben sehen können. Die Wissenschaftler meinen, dass es auf der Welt mehr als 15 Millionen Farben gibt, die durch die Variationen von Intensität und Weißanteil entstehen. Das menschliche Auge sei in der Lage, um die 10 Millionen Farbtöne zu unterscheiden. Hingegen hat ein Hund eine etwas eingeschränktere Fähigkeit, Farben zu sehen. Von allen möglichen Farben sehen wir nur die Variationen von blau und gelb. Alles andere erscheint uns in Grautönen. Das mag sich etwas langweilig anhören, aber Hunde haben weitere Sinne, die etwas schärfer als bei Menschen sind, und zwar den Geruchssinn und den Gehörsinn. Und was wir Hunde auch sehr gut können, ist, die Emotionen der Menschen wahrzunehmen. Wir spüren, wenn euch etwas gefällt, wenn ihr euch über etwas freut oder wenn euch etwas traurig macht. Wir spüren somit die Wirkung, die die Farben auf die Menschen haben. Und eure Begeisterung für die Farben der Natur ist auch für uns ansteckend! Deswegen, wenn ihr in diesem Herbst auf Farbenentdeckungsreise geht, nehmt uns mit! Denn für uns Hunde kann das genauso spannend werden wie für die Menschen, auch wenn im Grunde genommen unsere Welt nicht so bunt ist.
Das Leben ist zu kurz, um es überwiegend drinnen zu verbringen. Nutzt die Gelegenheit dieser Jahreszeit, um die Natur in ihrer ganzen Vielfalt zu erleben. Nehmt euch die Zeit, die kleinen Details wahrzunehmen, schaut euch die Farben bewusst an, die sich mit jeder Tageszeit verändern, und lasst euch davon inspirieren. Jeder Spaziergang kann eine neue Entdeckung sein, ein Moment des Staunens und des Genusses.
Also, nicht länger warten! Geht einfach raus (mit oder ohne Hund) und erkundet die Farben der Welt. Es gibt keine bessere Zeit als jetzt, um das Leben in all seinen Facetten zu erleben und zu genießen.
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