edlake Logo

Sterngucker und knorrige Buchen

Eine bezaubernde und zugleich spannende Wanderung für die ganze Familie – über den Sternguckerpfad zum Halloh bei Bad Wildungen-Albertshausen.

Bei unserer heutigen Suche nach einem leichten und abwechslungsreichen Wanderweg für unseren Familienausflug sind wir auf einen bezaubernden Pfad am Bad Wildunger Stadtteil Albertshausen gestoßen. Die Wanderung schafft man in 3 bis 4 Stunden. Wie wir noch sehen, verbringen wir allerdings viel mehr Zeit auf dem Weg – und werden staunen, diskutieren und beobachten. Der Weg führt uns über freie Felder mit weitem Blick zum kleinen Ort Albertshausen. Danach geht es über einen Astronomie-Lehrpfad, dem Sternguckerpfad zum Hutewald mit steinalten Buchen. Ein Wanderweg, der keine Langeweile aufkommen lässt.

Bequem zu laufen

Unsere heutige Wanderung eignet sich als Sonntagsspaziergang für die ganze Familie. Er lässt sich abkürzen, wenn du am Ortseingang, aus Richtung Reinhardshausen kommend, den ersten Weg links einschlägst. Dort findest du einen Parkplatz und startest direkt auf dem Sternguckerpfad. Wir haben uns jedoch für den Wanderweg rund um den hübschen Ort entschieden. Er ist Teil des Kellerwaldsteigs, des bedeutungsvollsten Wanderwegs im Nationalpark Kellerwald-Edersee.

Startpunkt für unsere Wanderung ist der Parkplatz Immelberg auf der Anhöhe hinter Albertshausen in Richtung Gellershausen. Hier beginnt unser kleines Abenteuer. Ein Ausflug, der die Herzen der Naturliebhaber höherschlagen lässt, aber auch für jede Menge Spaß und Staunen bei den Kindern sorgt.

Vom Parkplatz aus starten drei Wanderwege. Wir entscheiden uns für den zweiten Weg. Dieser endet beim Hutewald Halloh und schließt den Sternguckerpfad ein. Der Weg führt uns zunächst durch einen lichten Buchenwald mit teils urigen Bäumen und jeder Menge Baumpilzen. Er ist leicht zu laufen und führt nach kurzer Zeit auf eine offene Anhöhe mit Blick auf Felder und das Dorf Albertshausen. Perfekt, um im Herbst einen Drachen steigen zu lassen. Wir laufen einige Zeit, bis wir den Ort erreichen, und überqueren den malerischen Dorfmittelpunkt „Am Kump“ mit seinem Dorfbrunnen. Es ist eine dieser zahlreichen Perlen versteckter nordhessischer Kultur, die darauf warten, von uns entdeckt zu werden. Weiter geht es, und nach kurzer Zeit erreichen wir den Anfang des Sternguckerpfades am Ortsrand.

Eine Familie vor einem Übersichtsschild eines Wanderwegs.
Der Parkplatz Immelberg. Hier startet unsere Wanderung auf der Route 2 zuerst auf einem Weg mit Blick über das Umland und auf das Dorf Albertshausen. Danach führt er zum Sternguckerpfad und zum Hutewald Halloh.
Eine Lehrstunde der Astronomie

Der Pfad ist leicht zu laufen, du findest kaum Steigungen. Der Sternguckerpfad ist befestigt und barrierefrei. Er eignet sich hervorragend als Sonntagsspaziergang, um Kindern den Blick auf die Welt zu erweitern. Sie lernen viel und haben Spaß, da in regelmäßigen Abständen Hinweistafeln auftauchen. Diese erzählen von den Geheimnissen der Astronomie und Wissenschaft. Wir erfahren, wie du die Sternbilder erkennst, oder wie die Sterne zur Navigation genutzt werden. Aber auch Bauernregeln wie Wettervorhersagen kommen nicht zu kurz. Du erfährst etwas über unsere Planeten, über die Zeit und die Wissenschaft der Antike. Der Sternguckerpfad sorgt für jede Menge Gesprächsstoff während der Wanderung.

Ab in den Wald

Am Ende des Weges erreichen wir wieder Albertshausen. Dieses Mal jedoch am anderen Ende des Ortes. Wir laufen ein kurzes Stück Richtung Ortsausgang und biegen dann kurz vor Ortsende nach links ab. Ein gut befestigter Feldweg führt uns kurzerhand in den Hutewald – der überraschend hell ist. Schnell sind wir umringt von Bäumen, die eher Fabelwesen gleichen. Halb zerfallen, ringen sie mit dem Verfall. Kaum zu glauben, aber diese Bäume leben bereits 200 bis 300 Jahre. Kürzlich hat das Forstamt die Bäume genau untersucht und festgestellt, dass 70% der alten Bäume völlig gesund sind und locker weitere 50 bis 100 Jahre leben werden.
Die Bäume stehen unter strengem Schutz. Sie sind ein Schatz der Natur. Vögel nutzen die abgestorbenen Teile der Bäume als Nistplätze, und seltene Insekten, wie verschiedene Hirschkäferarten, leben im toten Holz. Hier kannst du den Kreislauf des Lebens hautnah erleben. Die Natur als gigantische Recyclinganlage. Neben den alten Baumriesen stehen junge, frische Bäume. Sie werden in ferner Zukunft als nächste Generation im Hutewald stehen, um ihn unvergänglich zu machen. Respektvoll und ehrfürchtig bestaunen wir die Relikte vergangener Zeit. Hutewälder sind selten zu finden. Am Halloh erlebst du ein unvergleichliches Juwel der Natur – genieße die ehrwürdige Umgebung mit Respekt. Stell dir vor, was diese Bäume in ihrem langen Leben bereits erlebt haben. Wir fühlen uns belanglos, aber glücklich, diesen Wald genießen zu dürfen. Natürlich sind die Bäume empfindlich und leicht verletzlich. Bitte gib acht. Sie haben es verdient, gut behandelt zu werden.

Was ist eigentlich ein Hutewald?

Hutewälder wurden vor langer Zeit von Menschen als Nutzwälder angelegt. Die Bauern brachten ihre Schweine in die Hutewälder zum Fressen. Meist waren es Buchen oder Eicheln. Die Früchte waren für die Schweine sehr nahrhaft. Heute sind diese Hutebuchen auf dem Halloh ein Naturparadies.

Die Zeit steht still

Tatsächlich genießen wir den Augenblick, und die Zeit scheint keine Rolle zu spielen. Bald staunend, bald neugierig bewundern wir die Bäume. Allmählich bekommen wir jedoch Hunger von der Wanderung. Ein Picknick wäre super. Glücklicherweise haben wir alles dabei, und vor solch einer Kulisse ist es ein Erlebnis, zu rasten. Am Hutewald stoßen wir schnell auf eine Grillhütte mit Tischen und Bänken. Bestens geeignet für eine Pause. Direkt neben der Grillhütte liegt eine große Wiesenfläche, ideal zum Spielen. So können sich die Kinder erstmal austoben, während die Eltern die Umgebung in vollen Zügen genießen. Hier halten wir es lange aus, bis wir alle langsam müde werden. Das ist nicht schlimm, denn der Weg zum Auto ist nur noch ein kurzes Stück leicht bergab zu laufen.

Zurück zum Parkplatz

Hier endet unsere Reise. Es ist nur noch eine kurze Strecke zum Parkplatz. Wir haben länger auf dem Weg verbracht, als wir anfangs dachten. Zu bedeutungsvoll sind unsere Eindrücke, und wir sind froh, dass wir uns die Zeit genommen haben. Im Auto diskutieren wir weiter über Sterne und Planeten, über den Wald und das Alter der Bäume. Die Zeit, das ist das große Thema unseres Tages. Wir haben erfahren, wie ein Jahr, ein Monat und ein Tag entsteht. Wir wissen, wie alt Bäume werden, was sie aushalten und wie hart sie um das Überleben kämpfen. Wir haben uns die Zeit genommen, spielerisch die Natur zu begreifen. Im Kleinen, aber auch in der Weite des Kosmos.

edlake-Fazit

Es ist ein besonderer Wanderweg. Es warten Überraschungen an jeder Ecke. Das Wichtigste aber: Die Familie hatte Spaß zusammen. Es war ein tolles Erlebnis. Wir warten schon gespannt auf unser nächstes Abenteuer in unserer bezaubernden Region. 

Eine Familie auf einer Bank beim Essen während einer Verschnaufpause.
Das schmeckt! Eine Rast bei einer Wanderung ist immer eine willkommene Abwechselung. Am Halloh findest du einen lauschigen Platz, ob an der Grillhütte oder bei den Bäumen: ein klasse Platz, an dem die Kinder toben können und die Eltern die Natur in vollen Zügen genießen.

– WERBUNG –

Ähnliche Beiträge

Vielleicht auch interessant für Dich ...