Hand aufs Herz: Was weißt du über die Kelten? Viele Sagen ranken sich um die Kelten, Geschichten über Magie und Kunst, so dass du dich sicher oft fragst, ob es die Kelten wirklich gab. Wir gehen heute in den Wald bei Bad Zwesten, um mehr über das Leben des seltsamen Volkes zu erfahren, und knüpfen zum Abschluss noch einen Blick in die Sterne an.
Unsere Tour beginnt am Campingplatz. Das Gelände ist großzügig angelegt. Wir schauen uns etwas um und erkennen, dass dieser Platz ideal für einen Familienurlaub ist. Du findest hier einen coolen Spielplatz und einen Pool zum Relaxen. Außerdem ist der Platz bezaubernd am Wald gelegen. Hier starten wir unseren Marsch zum Keltenweg.
Ein Zubringer zum Keltenweg in Bad Zwesten
Am Campingplatz starten drei Wanderwege. Wir nehmen den ersten, denn dieser führt uns zum Aussichtsturm. Dort werden wir dann auf den Keltenweg treffen. Wie vermutet, liegen Aussichtstürme immer auf Bergen, womit der Weg dorthin bergauf führt. Unser Wanderweg macht da keine Ausnahme, und so zieht sich die erste Wegstrecke etwas hin. Es geht stetig bergauf. Der Wald ist glücklicherweise abwechslungsreich. Neben den typischen Fichten und Buchen finden wir erstaunlich zahlreiche Kiefern.
Der Weg führt durch einen klassischen Nutzwald mit breitem Weg, der für Forst- und Landwirtschaft nutzbar ist. Im Wald findest du wenig Totholz. Trotzdem ist der Weg kurzweilig. Mehrmals müssen wir abbiegen und vertrauen den Beschilderungen. Irgendwann sind wir uns sicher, dass es nicht weiter bergauf geht, doch wir haben den letzten, kurzen Aufstieg übersehen. Dann endlich sehen wir, von Ästen verdeckt, den Turm vor uns.
Oben angekommen, werden wir reich belohnt. Ein Holztisch mit Bänken lädt uns zu einer Rast ein. Hier oben finden wir die ersten Informationstafeln vom Keltenweg. Frisch gestärkt, hält uns jetzt nichts mehr, und wir stürmen den Aussichtsturm.

Ein Blick schweift in die Ferne
Der Turm ist komplett aus Holz gebaut und wirkt vertrauensvoll. Viele rustikale Stufen führen nach oben. Die Treppen werden zusehends enger, und beim finalen Aufstieg musst du aufpassen, damit du dir den Kopf nicht anstösst. Oben angekommen, wirst du von einem grandiosen Panoramablick belohnt. Ganz wichtig: Lasse auf keinen Fall deine Kamera unten liegen. Das wirst du bitter bereuen. Von hier oben siehst du die Stadt Borken deutlich, sowie eine Menge anderer Landschaften. Auch einige kleine Seen erkennst du bei einem Blick in die Ferne. Wir bleiben einige Zeit hier oben und genießen die fantastische Aussicht.
Nachdem wir genug gestaunt haben, beginnt der Abstieg. Wieder unten angekommen, starten wir den entspannenden Teil unserer Wanderung. Wir sind auf dem Gipfel, sodass es jetzt stetig bergab geht. Da wir jetzt auf dem Keltenweg laufen, fängt hier ebenfalls der lehrreiche Teil des Tages an. Endlich erfahren wir einiges über die Kultur der Kelten vor Ort. Gleich drei Informationstafeln informieren uns direkt am Turm über das Leben der Kelten.
Das Leben bei den Kelten
Die Kelten besiedelten die Gegend vor weit über zweitausend Jahren. Das Leben gestaltete sich einfach, ähnelte dem Dorfleben vor Beginn der Industrialisierung. Die Häuser waren aus Holz und Lehm gebaut. Natürlich findest du heutzutage nichts mehr von diesen Häusern. Sie sind inzwischen komplett verrottet. Dennoch siehst du an vielen Stellen Abdrücke, an denen einst Häuser standen, sowie Gräben und Höhlen. Du interessierst dich für die Geschichte deiner Heimat? Hier erfährst du direkt vor Ort, wo und wie die Kelten vor langer Zeit lebten. Wir sind erstaunt, wie Forscher in der Lage sind, jene historische Stätten wiederzufinden, die unter Laub und Waldboden vergraben sind.

Auf den Spuren der Kelten
An der Stelle des Aussichtsturms stand ursprünglich eine Laube. Das Fundament der Laube bestand aus behauenem Sandstein. Sie war also solider gebaut als die restlichen Gebäude der Keltensiedlungen. Auf diesem Fundament stand die Laube, sie war allerdings ebenfalls aus Lehm und Holz gebaut. Vermutlich diente sie dazu, einen weiten Blick über das Land zu haben. Dieser Platz war demnach ein strategisch wichtiger Punkt.
Die Keltenburg
Hier befand sich später, vor ca. 2200 Jahren, eine Burg. Diese war damals noch primitiv gebaut und nicht wirklich wehrhaft. Geschützt von Ringwällen, waren die Befestigung und das Torhaus klassisch mit Lehm und Holz gebaut. Teilweise waren sie mit Steinen verkleidet, oder sogar verputzt. Heute sind eben nur noch die Wüstungen sichtbar.
Später wurde diese alte Burg zu einer mächtigen Burg ausgebaut. Mehrere Ringwälle wehrten Feinde ab. Sie musste eindrucksvoll die Landschaft in der Eisenzeit dominiert haben.
Weiter auf dem Lehrpfad
Wir verlassen nun den Forstwirtschaftsweg. Der Keltenweg ist ein reiner Wanderweg, naturbelassen, teils mit Holzplanken eingefriedet. Der Weg schlängelt sich durch den Wald. Ein Hinweisschild klärt uns auf, dass dieser Waldabschnitt ökologisch und sozial nachhaltig bewirtschaftet wird. Den Kindern macht es Spaß, den Weg zu suchen und die Relikte aus der Eisenzeit zu finden.
Eine Zeitenreise
Auf dem weiteren Weg finden wir dann nicht nur Informationen aus der Eisenzeit, sondern auch Überreste aus dem Mittelalter, oder aus dem 19. Jahrhundert. Dieser Wald war also in historischer Zeit oft besiedelt.
Der „echte“ Parkplatz
Der Weg geht stetig bergab, und alsbald erreichen wir den eigentlichen Parkplatz zum Einstieg in den Keltenweg. Der Parkplatz ist kindgerecht als Themenspielplatz gestaltet. Hier können sich die Kinder richtig austoben und wir Erwachsenen relaxen. Glücklicherweise ist auf dem Platz ein geräumiger, überdachter Unterstand, den wir für einen kleinen Snack nutzen. Wir bleiben einige Zeit hier, um dann unsere Wanderung auf dem Keltenweg fortzusetzen.
Der letzte Abschnitt
Wir wandern noch einige Zeit auf dem Keltenweg weiter, bis wir wieder den Weg zum Campingplatz finden. Glücklicherweise führt uns der Weg jetzt ins Tal bergab. Wir kommen gut voran und erreichen den Campingplatz schnell.
Und schon laufen wir auf dem Campinggelände der noch verschlafenen Anlage. Wenn die Sonne höher steht, wird hier das Leben toben.
edlake-Fazit: Der Keltenweg ist ein schöner Wanderweg und mit gut 5 km Länge bequem für eine Familie zu meistern. Dazu solltest du den Parkplatz des Keltenwegs ansteuern. Von hier aus erreichst du den Aussichtsturm leicht. Du möchtest es anspruchsvoller? Dann starte am Campingplatz und laufe über den Wanderweg 1 zum Aussichtsturm. Dort kannst du in den Keltenweg einschlagen. Beide Varianten sind reizvoll und bieten unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Unsere Meinung: Der Keltenweg ist lohnenswert und lehrreich. Er ist ein kurzweiliges Familienerlebnis und gefällt jeder Generation.
Weitere Informationen zum Keltenweg
Wenn ihr mehr erfahren wollt, könnt ihr euch auf der Seite von Bad Zwesten informieren.
https://www.badzwesten.de/tourismus/freizeit-und-aktiv/wandern/keltenweg/





