Von der Vergangenheit geprägt. Besonders die alten Bauten rund um den Marktplatz in Homberg (Efze) und die angrenzenden Gassen begeistern die Besucher der Fachwerkstadt. Foto: Markus Shakals
Von der Vergangenheit geprägt. Besonders die alten Bauten rund um den Marktplatz und die angrenzenden Gassen begeistern die Besucher der Fachwerkstadt. Foto: Markus Shakals

Homberg, wo Geschichte lebt!

Noch eine nordhessische Fachwerkstadt?! Auf diese Idee könnte man kommen, und zugegebenermaßen ist Homberg (Efze) auch genau das. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb lohnt sich aber der Besuch der Reformationsstadt am Rande des Knüllgebirges, denn Homberg ist es gelungen, sich seine mittelalterlichen Wurzeln bis in die Gegenwart zu bewahren.

Marktplatz – Das kulturelle Zentrum

So ist der große Marktplatz bis heute Dreh- und Angelpunkt des kulturellen Stadtgeschehens. Er ist nicht nur Ausgangspunkt für die vielen Stadt- und Erlebnisführungen durch die historische Altstadt, sondern auch immer noch Ausrichtungsort für einen der schönsten Wochenmärkte der Region. Von Mai bis Oktober können sich Besucher und Einheimische Hombergs jeden Donnerstag von 16-19 Uhr an dem bunten Markttreiben mit leckerem Essen, frischen Lebensmitteln von lokalen Direktvermarktern und Vertretern alter Handwerkskunst erfreuen.

Auch außerhalb der Marktzeit ist der kopfsteingepflasterte Platz ein einladender Ort mit einer spannenden Mischung aus imposanten Fachwerkbauten, gepaart mit kleinen Ladengeschäften und Cafés.

Marienkirche – Zeugin ihrer Zeit

Im Zentrum befindet sich die gotische Marienkirche aus dem 13. Jahrhundert. Sie nimmt eine ganz besondere Stellung in der Stadt- und Landesgeschichte ein, denn hier fand im Jahr 1526 eine Synode statt, die die hessische Landgrafschaft evangelisch werden ließ.

Die „Reformationskirche Hessens“ bietet von ihrer umlaufenden Galerie (Altane) aber auch einen wunderschönen Blick über die historische Altstadt. Zutritt zu dieser Aussicht verschafft einem der Türmer, dem in früheren Zeiten die wichtige Aufgabe zukam, die Stadt vor Gefahr zu warnen. Er lebte in einer kleinen Wohnung am oberen Ende der insgesamt 217 Stufen, die es während seiner Führung, die man über die Tourist-Information buchen kann, zu erklimmen gilt.

Schirnen – Einmalige Bauwerke

Weitere interessante Bauten, die man bei einem Besuch gesehen haben sollte, sind die sogenannten Schirnen am Fuße der Marienkirche. Die eher an Gewölbekeller erinnernden Bauwerke waren früher wahrscheinlich einmal offene Verkaufsstände. Heute lässt sich das historische Ambiente bei einem leckeren Eisbecher oder einem heißen Cappuccino genießen.

Hohenburg – Landmarke Hombergs

Frisch gestärkt kann dann auch der Aufstieg zum Burgberg in Angriff genommen werden. Der Weg führt durch die engen Gassen der Altstadt direkt zur Ruine der ehemaligen Hohenburg. Wer den Weg zur Burg mit einem kleinen Stadtrundgang verbinden möchte, kann den 3,5 km langen Rundweg H2 einschlagen (QR-Code in Kasten). Oben angekommen, trifft man als Erstes auf die Vorburg und ihren schönen Innenhof. Die Überreste der eigentlichen Burg, von der heute vor allem Fundamente und Teile der Außenmauern erhalten sind, liegen dahinter. Die Landmarke der ganzen Anlage, der Aussichtsturm, ist hingegen kein Relikt, sondern wurde nach historischem Vorbild eines Bergfrieds in den 1950er Jahren auf den Fundamenten errichtet.

Clobesmarkt – eine lange Weihnachtstradition

Für die Homberger ist er aber nicht nur als Aussichtsturm von Bedeutung. Seit über 20 Jahren ist er Teil einer einmaligen Weihnachtstradition. So verwandelt er sich jedes Jahr am ersten Advent in eine riesige Kerze. Ein fantastisches Spektakel, was man auch in diesem Jahr am 27. November direkt vor Ort genießt, wenn es die Corona-Richtlinien zulassen.
Ebenfalls von der aktuellen Situation abhängig ist aber auch noch eine ganz andere Veranstaltung: der sogenannte Clobesmarkt. Der Homberger „Weihnachtsmarkt“ am zweiten Adventswochenende ist weit über die Grenzen des Landkreises bekannt und lebt von den vielen Ständen mit Kunsthandwerk und Speisen vor der buntilluminierten Fachwerk-Kulisse des historischen Marktplatzes. Mit seinem umfangreichen Rahmenprogramm aus kostenlosen Führungen, offenen Museen, Live-Musik und Veranstaltungen für Groß und Klein ist er zu einer echten Institution geworden. Ob das für den 3. bis 5. Dezember geplante Event stattfinden kann, ist bislang noch nicht sicher.

Doch selbst wenn der Besuch auf dem Clobesmarkt diesen Winter ausfallen müsste – einen Abstecher ist Homberg (Efze) zu jeder Jahreszeit wert.

Mehr Informationen zu Homberg (Efze) findet ihr hier: www.homberg-efze.eu

Rundweg H2 – 3,5 km Burgberg und Altstadt

QR-Code zum Rundweg Kultur & Natur - Homberger Burgberg mit Altstadt Der Rundweg ermöglicht den Aufstieg über die Westseite des Burgbergs und führt dann über die Ostseite zurück in die Innenstadt, vorbei an der Reformationskirche, dem Marktplatz, dem Rathaus und vielen weiteren Fachwerkbauten.

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