Gewinner und Verlierer einer Umweltkatastrophe – Autor Lukas Erler

„Ich schreibe nicht für Geld. Das Geld bekomme ich für die Veröffentlichung. Schreiben würde ich sowieso!“ (Stephen King)

Lukas Erler erwartet uns bereits. Er öffnet die Tür und empfängt uns in seiner persönlichen Art und Weise. Ruhig, innen und außen entspannt, tritt er uns entgegen und betört uns mit seiner angenehmen Aura. Er weist uns den Weg nach innen, in einen großen Raum, der sowohl Küche als auch Esszimmer und Wohnzimmer ist. Ein massiver Holztisch wartet auf uns. Das Ambiente strahlt die gleiche angenehme Ruhe aus wie Lukas Erler selbst.

Was bisher geschah

Zunächst möchten wir wissen, wie Lukas seinen Weg zum Kriminalautor fand. Einstweilen arbeitete er in Marburg als Stadtentwicklungsplaner. Später übte er 34 Jahre seinen Beruf als Logopäde aus, bevor er seine Autorenkarriere begann. Den Impuls für seine Schreibtätigkeit bekam er inmitten einer Katastrophe. Lukas war erschüttert über den Unfall des Tankschiffes Exxon Valdez, das am 24. März 1989 vor Alaska auf Grund lief und Unmengen Rohöl ins offene Meer goss. Später, im Jahr 1995, schockierte Lukas der gewissenlose Umgang mit der Bohrinsel Brent Spar erneut. Lukas begann zu recherchieren und nachzuforschen. Er deckte kriminelle Strukturen innerhalb der Ölindustrie auf und war entsetzt, wie skrupellos das Ölgeschäft ist. Er fing an, alles niederzuschreiben. Zu uns sagt er: „Schnell wurde mir klar, das muss ein Krimi werden.“

Ölspur

Daraus entstand sein Debüt mit dem trefflichen Namen Ölspur. Der Titel hat bewusst eine Zweideutigkeit inne. Veröffentlicht wurde das Buch 2010. Das lässt ahnen, wie mühsam der Weg zum erfolgreichen Autor ist. Lukas Erler sagt, das Wichtigste, was ein Autor braucht, ist Geduld. Letztlich interessierte sich der kleine Schweizer Verlag „Kein & Aber“ für das Werk. Lukas zeigte sich ernüchtert über das Verlagswesen im Allgemeinen. Die meisten Verlage sehen sich als Hüter der Kultur, wobei sie wirtschaftliche Interessen hegen, wie jede andere Firma. Das Marketing bestimmt die Handlung. Der Verlag sieht das Buch als Ware, die vermarktet werden muss, wie es unsere Gesellschaft vorgibt. Lukas brauchte ein ganzes Jahr, einen Verlag zu finden, der Ölspur verlegte.

Von Lukas Erler geschriebene Bücher. Foto: David Heise
„Viele Leute haben ein Hobby, das viel Geld kostet, aber ich habe ein Hobby, das etwas einbringt.“ Lukas Erler stammt aus Bielefeld, hat in Marburg studiert und zog mit seiner Frau 1987 nach Bad Wildungen, die hier einen Reiterhof aufbaute. Laut Lukas Erler war es ein Entschluss ohne Plan B.

Ein Prophet der Jugend?

Auf der Buchmesse bekam Lukas Erler eine Anfrage für ein Jugendbuch über ein Umweltthema. Kurzerhand verfasste er 2014 das Werk „Brennendes Wasser“ über das skandalöse Thema Fracking. Für Lukas Erler war es neues Terrain, denn ein Jugendthriller wird völlig anders verfasst als ein Werk für eine ältere Zielgruppe. Lange diskutierten wir über die Unterschiede der Wahrnehmung zwischen Jugendlichen und Erwachsenen. Lukas nannte ein beeindruckendes Beispiel: Im Western „The Good, the Bad and the Ugly“ steht eine Filmszene im Fokus, die ohne Worte große Spannung erzeugt. Lukas Erler zeigte die Szene einigen Jugendlichen. Während Zuschauer mittleren und älteren Alters den Spannungsbogen erfassten, reagierten Jugendliche ungeduldig gelangweilt. Den Link zur 10-minütigen Szene findest du im Abspann des Artikels.

Nachdem das Buch den Weg in den Handel gefunden hatte, bekam Lukas Erler hervorragende Kritiken. Der FAZ-Redakteur Winand von Petersdorff-Campen, verantwortlich für den Wirtschaftsteil, lobte das Buch, obwohl dieser als Protagonist der Energiewirtschaft bekannt ist. Eine beachtenswert sachliche Redaktionsarbeit.

Weiter geht’s

Aktuell schreibt Lukas an einer Trilogie über die Strafverteidigerin Carla Winter. Die ersten beiden Bände „Das letzte Grab“ und „Das falsche Opfer“ sind bereits im Handel. Der dritte Band „Winter’s Game“ wird am 15.3.2025 erscheinen. Wir sind gespannt auf Lukas Erlers zehnten Roman. Es gibt bereits Anfragen, die Story zu verfilmen, wobei der Autor nicht abgeneigt ist. Allerdings lehnte er es ab, das Drehbuch zu schreiben. Dafür gibt es in seinen Augen Drehbuchautoren mit einem geschulten Blick auf das Medium Film. Es gibt einen großen Unterschied zwischen visuell angepasstem und narrativem Schreibstil. Wir erinnern uns in diesem Zusammenhang an den Spruch von Arnold Bode: „Der visuelle Denkprozess ist derselbe wie der geistige, aber er ist nur zu machen von visuell Besessenen“.

Wie werde ich Autor?

Wir möchten wissen, was nötig sei, ein Buchautor zu werden. Lukas Erler berichtet, es sei wichtig, sich an Agenturen zu wenden, nicht an die Verlage direkt, denn diese verlassen sich auf die Arbeit der Agenten. Sie bewerten Manuskripte und pflegen ein eigenes Ranking. Agenturen gehen sogar weiter und befragen Buchhändler, welche Bücher sie gern verkaufen möchten. Ob du dann erfolgreich ein Buch veröffentlichst, sei dahingestellt. Wir fragen Lukas Erler, ob es aus seiner Sicht Sinn macht, auf eine Selbstveröffentlichung zurückzugreifen. Er sagt: „Es ist besser, als nichts zu veröffentlichen, aber man muss sich im Klaren sein, dass ein Verlag viel Arbeit abnimmt.“ Was er meint, ist das Layout, die Illustration, oder das Lektorat. Letztlich musst du ein Buch vermarkten. Du hast keine andere Wahl, als es selbst in die Hand zu nehmen, genauso wie die Finanzierung.

Mehr Infos erhaltet ihr unter
http://www.lukas-erler.com/

Bisher erschienen

2010: Ölspur
2011: Mörderische Fracht
2013: Bilanz des Todes
2014: Brennendes Wasser
2016: Auge um Auge
2019: Der blinde Samurai
2019: Side Effect
2022: Das letzte Grab
2023: Das falsche Opfer

Auszeichnungen:

  • Zwei Nominierungen für den Friedrich-Glauser-Preis
  • Eine Nominierung für den Hansjörg-Martin-Preis
  • Segeberger Feder gewonnen (für Brennendes Wasser)

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