Peggy Leiverkus – Edlake 2022
Fotos: Peggy Leiverkus

Die reisende Reporterin Peggy Leiverkus

In Kürze erscheint der neue Nordhessen-Reiseführer von Peggy Leiverkus im Trescher Verlag. Für uns Anlass genug, sich einmal ausführlich mit der Autorin zu unterhalten.

Was braucht es, um einen Reiseführer über Nordhessen zu schreiben? Antwort: Eine Menge Zeit, gute Wanderstiefel und einen Dackel namens Lotti. 

Peggy Leiverkus hatte all dies im Gepäck, als sie im vergangenen Jahr zu ihrer ersten Recherche-Reise in Kassel eintraf. Bereits im Vorfeld hatte sie sich ausgiebig informiert und Kontakt zu den verschiedenen Städten und Gemeinden aufgenommen. Besonders die GrimmHeimat NordHessen war dabei für sie von Anfang an ein wichtiger Anlaufpunkt. 

Schlossgeist vom Renthof

Nun war sie also da, und das im tiefsten Lockdown. Die sonst mit Leben gefüllten Straßen der documenta-Stadt waren weitestgehend leer – viele Kulturstätten geschlossen. 

Einquartiert hatte sie sich in einem der ältesten Gebäude der Metropole und fühlte sich oft wie der „Schlossgeist vom Renthof“. 

Positive Überraschung

Von Kassel aus startete sie schließlich in die ländlicheren Gegenden der Region und war bereits im Umland positiv überrascht: „Mit einer solchen Landschaft hätte ich nicht gerechnet!“

So faszinierte sie im angrenzenden Naturpark Habichtswald vor allem der Dörnberg mit seinen rauen Hügeln im Kontrast zu den malerischen Landstrichen mit unberührter Natur im südöstlich gelegenen Geo-Naturpark Frau-Holle-Land.

Jurassic Park

Rund um den Edersee blieb bei ihr neben den fantastischen Buchenwäldern vor allem ein Eindruck hängen, und zwar eine Aussicht, die man hat, wenn man aus dem Edertal kommend auf die großen und grünen Berge blickt. „Ich habe mich jedes Mal wie im Jurassic Park gefühlt. Nur haben mich statt Dinosauriern Füchse und Rehe erwartet“, verrät sie schmunzelnd.

Eine Begegnung, die sie in den kommenden Wochen häufig machte, denn für ihren Reiseführer war sie viel in Wald und Wiese unterwegs. Sehr zur Freude von Dackeldame Lotti, denn obwohl sie Peggy grundsätzlich fast überall begleitet, fühlt sie sich besonders in der freien Natur am meisten wohl. Allerdings nur bei schönem Wetter: Bei Regen legt Lotti schon mal die Bremse ein und muss anschließend von Frauchen durchs Ederbergland getragen werden.

Über Peggy Leiverkus

Schnell merkte die junge Deutsch- und Lateinlehrerin, dass der Schulbetrieb für sie noch nicht das Richtige war. Also ging sie zurück an die Uni, widmete sich in ihrer Promotion den Metamorphosen von Ovid und begann parallel, erste Reisereportagen und touristische Beiträge zu schreiben. Nur kurze Zeit später arbei-
tete sie – bereits gemeinsam mit ihrem damaligen Lebensgefährten an zwei Kulturführern zu archäologischen Stätten in England und entlang der römischen Via Agrippa. Mit der Fertigstellung ihrer Doktorarbeit richtete sich dann ihr ganzer Fokus auf das Schreiben, und so war neben ihrer Selbstständigkeit im Bereich des (wissenschaftlichen) Lektorats auch die Reiseautorin Peggy Leiverkus gebo-
ren. Derzeit ist sie für den Trescher Verlag und den Michael Müller Verlag tätig.

Ein Herz für Bäume

Peggy Leiverkus war es wichtig, sich selbst einen Eindruck von der ganzen Region zu verschaffen. Und obwohl sie natürlich auch die typischen touristischen Ziele abgeklappert hat, wollte sie kein „Highlight-Shopping“ betreiben. Kleine Dörfer mit charmanten Fachwerk-Kirchen und nicht so bekannte Landmarken waren deshalb für sie genauso interessant wie die Städte der Region. 

Besonders spannend fand die studierte Philologin dabei das Konzept der Dorflinde als ehemalige Gerichts- und Kommunikationsstätte. „Es ist echt Wahnsinn, mit welchem Einsatz für den Erhalt gekämpft wird“, sagt sie anerkennend. „Da werden sogar Holzgerüste gebaut, damit die alte Dame weiterhin gut steht.“ 

Die Welt in der Hosentasche

Doch nicht nur die Linde, sondern auch Peggys Arbeit erhielt einiges an Aufmerksamkeit – vor allem in den sozialen Medien, denn auf ihrem Instagram-Kanal peggyleiverkus kann man die Reiseautorin auf ihren Streifzügen begleiten. „Ich war ganz begeistert, wie viele Leute aus Nordhessen auf einmal anfingen, mir zu folgen und sich dort für meine Arbeit zu interessieren.“ 

Deshalb ist sie sicher, dass ihr Reiseführer auch viele Nordhessen ansprechen wird. „Es gibt in der Region viel zu entdecken, und da ist sicherlich einiges dabei, was man auch als Einheimischer noch nicht kennt.“ 

Ein dickes Ding
Nordhessencover – Edlake 2022
Peggys Reiseführer über Nordhessen erscheint voraussichtlich im Spätsommer beim Trescher Verlag.

Doch wie viel es tatsächlich ist, wurde ihr selbst erst beim Schreiben bewusst: Inzwischen sind es bereits über 300 Seiten, und die finale Seitenzahl ist noch nicht in Sicht.

Dass ihr Reiseführer über Nordhessen einmal so umfangreich werden würde, dachte sie nicht, als der Trescher Verlag mit dem Auftrag an sie herantrat. Doch es war eine willkommene Abwechslung und ein schöner Kontrast zu einem bereits laufenden Projekt – ihrem Reiseführer über Jerusalem. 

Begonnen hatte sie das Projekt während eines längeren Aufenthalts in der heiligen Stadt, doch mit den Reisebeschränkungen in 2020/2021 gestaltete sich die Arbeit zunehmend schwierig. 

2022 befinden sich nun beide Projekte in der finalen Phase, und mit dem Reiseführer für Nordhessen ist bereits Ende Sommer oder Anfang Herbst zu rechnen.

 Auf Wiedersehen?

Da stellt sich jetzt kurz vor der Veröffentlichung nur noch eine Frage: Würde Peggy Leiverkus als Autorin des Reiseführers selbst als Urlauberin zurückkehren?

„Privat zieht es mich eigentlich eher ins Ausland“, gesteht sie lachend. Allerdings gäbe es in Nordhessen definitiv einige Ecken, die sie sich gerne gemeinsam mit Lotti noch einmal genauer anschauen würde. 

Mehr Informationen zu Autorin Peggy Leiverkus, dem Reiseführer über Nordhessen und dem Verlag erfahrt ihr hier: trescher-verlag.de!

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