Alle Wege führem nach Korbach. Fotos: edlake/David Heise
Fotos: edlake/David Heise

Alle Wege führen nach Korbach

So oder so ähnlich ließe sich auch die Entstehungsgeschichte Korbachs in wenigen Worten zusammenfassen. An zwei wichtigen Handelsrouten gelegen, wurde die Siedlung zu einem wichtigen Umschlagplatz für Waren – später wuchs sie sogar zu einer bedeutenden Hansestadt heran. Noch heute ist es die zentrale Lage, die Korbach zum beliebten Ausflugsziel für Ferienurlauber und Tagestouristen aus der ganzen Region macht.

Für uns vom edlake Magazin Grund genug, Korbach einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir wollten wissen, wie viel Korbach kann man an einem Tag sehen?

Wandeln auf alten Pfaden

Ausgeschlafen und mit leckerem Frühstück im Bauch, entscheiden wir spontan, der Korbach-Information in der Fußgängerzone einen Besuch abzustatten. Diese ist dank der guten Beschilderung – und dem bronzenen Nachtwächter – schnell gefunden. Einen Stadtplan und vier Flyer später machen wir uns zu Fuß auf den Weg in Richtung Wolfgang-Bonhage-MUSEUM KORBACH. Von hier aus möchten wir unsere Stadterkundung starten.

Bereits auf dem Weg dorthin kommen wir an vielen spannenden Gebäuden vorbei – unter anderem dem historischen Rathaus, welches derzeit um mehrere Neubauten erweitert wird. Nur wenige Minuten später haben wir die Museumsinsel erreicht. Das große Gebäude, das alte Stein- und Fachwerkhäuser mit einer modernen Glas-, Stahl- und Betonkonstruktion vereint, verspricht nicht nur von außen einen spannenden Besuch. Bereits im Internet hatten wir uns über das Museum informiert und es als Schlechtwetter-Option in unsere Tagesplanung aufgenommen.

Da jedoch die Sonne scheint und wir uns sehr viel vorgenommen haben, muss der Museumsbesuch bis zum nächsten Mal warten.

Zwischen den Mauern

Stattdessen gehört unsere Aufmerksamkeit einer großen, blauen Tafel am Eingang des Museums. Sie ist der Startpunkt für unsere selbstgeführte Stadttour – den 2,1 km langen Rundweg „Zwischen den Mauern“. Um die ganze Sache etwas spannender zu machen, haben wir uns bereits vorab die App „Schatzsuche“ von der GrimmHeimat NordHessen runtergeladen. Sie bietet zusätzliche Informationen und Hintergründe zu den 10 Stationen und eine Reihe von Rätselfragen, die es zu beantworten gilt.

Korbach erleben

Nach einer guten Stunde voller spannender Einblicke in die Korbacher Stadtgeschichte und die eine oder andere lustige Anekdote sind wir wieder am Ausgangspunkt angekommen. Wir haben noch etwas Zeit, weshalb wir uns entscheiden, auf dem Weg zurück in die Fußgängerzone noch einige der schmalen Gassen zu erkunden und die schöne Fachwerk-Kulisse auf uns wirken zu lassen.

In der Einkaufsstraße angekommen, ist erst einmal shoppen angesagt, bevor wir dann zum gemütlichen Mittagessen in einem Wirtshaus einkehren. Frisch gestärkt und mit schweren Taschen bepackt, kehren wir zurück zum Auto. Von jetzt an wird es uns auf unserer Tour begleiten.

 

edlake Tipp

Nutze die verschiedenen (Stadt-)Führungen zwischen April und Oktober

Die Stadt Korbach bietet dienstags (14:30 Uhr) und samstags (10:30 Uhr) regelmäßige Stadtführungen an, bei denen ihr ohne Voranmeldung teilnehmen könnt. Seid dafür einfach rechtzeitig zum Startpunkt an der Touristen-Information. Die Teilnahme an der 90-minütigen Tour kostet für Erwachsene drei Euro. Auch an der Korbacher Spalte wird eine wöchentliche Führung angeboten, und zwar sonntags um 11:15 Uhr. Der Startpunkt ist der Info-Pavillon am Steinbruch. Der Preis beträgt ebenfalls drei Euro. Die regelmäßigen Führungen im Museum oder dem Bergwerk werden derzeit aufgrund von Corona-Richtlinien ausgesetzt.

 

QR-Code zum Angebot Stadtführungen in KorbachZusätzlich gibt es die Möglichkeit, eine Vielzahl an unterschiedlichen Gruppen-Führungen über die Korbach-Information zu buchen.

In einem Land vor unserer Zeit

Als Erstes geht es an den Stadtrand, zur Korbacher Spalte. Hier haben wir ein Date mit dem Procynosuchus – liebevoll auch „Korbacher Dackel“ genannt. Neben seinen kurzen Beinen, die wohl namensgebend waren, weist er auch erste Gemeinsamkeiten mit heutigen Säugetieren auf. Das machte ihn zu einem evolutionären Bindeglied – einem sogenannten Mosaiktier – und seinen Fund im nordhessischen Korbach zu einer kleinen Sensation.

Auch ohne Führung können Besucher viel über die Fundstelle des „Korbacher Dackels“ erfahren.
Auch ohne Führung können Besucher viel über die Fundstelle des „Korbacher Dackels“ erfahren.

Gerne hätten wir hier an einer Führung teilgenommen, doch diese finden ausschließlich sonntags statt. Wir werden allerdings durch die wirklich schöne Anlage am Steinbruch entschädigt, die in einem Info-Pavillon alle wichtigen Informationen rund um die Korbacher Spalte und unseren kurzbeinigen Freund vermittelt.

Das GeoFoyer im ehemaligen Kalkturm ist nur zwei Gehminuten entfernt und liefert spannende Einblicke in den Kalkabbau in Korbach. Im Obergeschoss erwartet uns dann eine Ausstellung rund um das Thema „Evolution der Wirbeltiere“, die unser bereits vorhandenes Wissen vom Steinbruch komplettiert.

Nach all den Informationen ist etwas Bewegung angesagt. Eine große Wanderung werden wir heute nicht mehr machen, aber es gibt noch einen Ort, den wir besuchen wollen.

herbst 2021 kobach 04

Reise ins goldene Zeitalter

10 Autominuten später passieren wir aus Nordenbeck kommend das Ortsschild des Korbacher Stadtteils Goldhausen. Im Ort fahren wir direkt rechts und landen am Waldrand auf einem Parkplatz, wo wir unser Auto abstellen – ab hier geht es zu Fuß weiter.

Nur wenige 100 Meter entfernt ist der Eingang in den Besucherstollen des ehemaligen Goldbergwerks. Erz wird hier keins mehr abgebaut – trotzdem ist der Eisenberg bis heute Deutschlands größte Goldlagerstätte. Rund um das Bergwerk gibt es eine Vielzahl an Angeboten, die gebucht werden können – öffentliche Führungen im Bergwerk selbst sind derzeit wegen Corona leider nicht möglich.

Da wir uns aber trotzdem auf die Spuren der Goldgräber begeben wollen, tauschen wir den Sicherheitshelm gegen die Wanderschuhe und begeben uns auf den ausgeschilderten Rundweg R1, den kürzeren der beiden Goldlehrpfade. Die 11 Stationen führen uns durch das Bergdörfchen und lassen uns gegen Ende der 3 km langen Runde den Gipfel des Eisenbergs erklimmen. Auf den Mauern der alten Burgruine ziehen wir schließlich die Thermoskanne aus dem Rucksack und gönnen uns eine Verschnaufpause.

Inzwischen ist es spät geworden, die Sonne steht tief und wir nutzen das verbleibende Licht für ein wunderbares Foto von der Aussichtsplattform des Georg-Viktor-Turms, bevor dieser für die Nacht geschlossen wird.

 

Inzwischen ist es spät geworden, die Sonne steht tief und wir nutzen das verbleibende Licht für ein wunderbares Foto von der Aussichtsplattform des Georg-Viktor-Turms, bevor dieser für die Nacht geschlossen wird. Über Station 11 kehren wir entspannt zum Auto zurück – was für ein schöner Tag!

edlake Ausgeh-Tipp

Beach-Feeling am Korbacher Stadtrand

Vor 250 Millionen Jahren, als der „Korbacher Dackel“ über die staubigen Weiten unserer Region wandelte, lag Korbach noch am Meer. Der einzige Strand, der heute in Korbach zu finden ist, gehört der Beachbar „Kabine 8“. In perfekter Stadtrandlage und angrenzend an das Naherholungsgebiet „Marbecktal“ ist die Gastronomie der Freizeit- und Eventsportanlage „bolzcourt“ ein echter Nicht-Geheimtipp für das entspannte Feierabendbier mit Freunden. Besonders viel Freude bereitet das kühle Getränk nach der gemeinsamen Runde Fußball- oder Discgolf oder einer Partie Beachvolleyball.

Noch bis zum Start der Winterpause am 23.10.2021 freuen sich die Mitarbeiter:innen vom „bolzcourt“ an den Wochenenden (freitags ab 15 Uhr, samstags + sonntags ab 11 Uhr) auf Freizeitbolzer und Sandburgenbauer. Sonderöffnungszeiten während der hessischen Ferien sowie mögliche Abweichungen durch COVID-Richtlinien findet ihr auf www.bolzcourt.de!

Noch ein Tipp für schlechtes Wetter …

Goldbad – der Badespaß für die ganze Familie

Natürlich gibt es auch immer wieder Tage, wo die Urlaubsplanung nicht aufgeht. Besonders schlechtes Wetter kann einem die Laune ganz schön verhageln, wenn man mit quengelnden Kindern in der kleinen Ferienwohnung sitzt.

Abhilfe schafft hier das Goldbad in Korbach. Es wurde vor wenigen Jahren komplett saniert und hat sich schnell zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt. Damit es nicht langweilig wird, gibt es einen schönen Eltern-Kind-Bereich und für die Größeren eine 60 Meter lange „Black Hole“-Rutsche.

Mehr Informationen, Öffnungszeiten und Preise gibt es hier:
www.goldbad-korbach.de

Weitere Informationen zur Stadt Korbach erhaltet ihr hier:
https://www.korbach.de

Ähnliche Beiträge

Vielleicht auch interessant für Dich ...