Mit Freude sammeln: Das Curioseum

„Wow, ein Flugzeug!“ Unsere Enkeltochter ist schon ganz aufgeregt, als sie das Museum erblickt. Was zuerst nach Gerümpel aussieht, entpuppt sich als wahrer Schatz. Das Curioseum ist sicher eines der merkwürdigsten Museen in Nordhessen, aber auch eines der liebevollsten. Du erkennst sofort, mit wie viel Freude der Gründer, Hans Schlömer, hier gesammelt hat. Während wir eine Kindheitserinnerung nach der anderen entdecken, erfreuen sich unsere Enkelkinder an den vielen bunten, komischen Exponaten.

Schau mal!“ – sagt Oma. „Das sieht genauso durcheinander aus wie dein Kinderzimmer.“ In der Tat fehlen in diesem Museum jede Art von Schaukästen, Vitrinen oder Hinweistafeln. Die Exponate wirken wild durcheinandergewürfelt, dafür jedoch mit viel Humor arrangiert.

Das Curioseum liegt am Stadtrand von Willingen-Usseln. Es ist leicht zu finden, und schon von Weitem sehen wir das große Flugzeug der Außenanlage.

Ein Erlebnis für die Sinne

Die Eindrücke prasseln auf uns ein. Es fällt uns schwer, alles zu erfassen, weil vieles durcheinander scheint. Überall, vor uns, neben uns und über uns, finden wir Kurioses, Vertrautes und Seltsames. Direkt neben uns schwebt ein großes Flugzeug. Autos stehen an den merkwürdigsten Stellen. Wir sehen U-Boote, alte Grammophone, Nähmaschinen, etliche Landmaschinen und ein großes Titanic-
Modell, komplett aus Streichhölzern gebaut. Napoleon Bonaparte sitzt lebensgroß auf einem Pferd und schwenkt eine Deutschlandflagge. Eine ganze Reihe alter Sammlungen, ob Münzen, Briefmarken, Kronkorken oder Streichholzschachteln, wecken bei uns Erinnerungen an die weitverbreitete Sammelleidenschaft der 1970er Jahre.

Ein Mann sitzt vor einem roten Auto.
Reiner Mütze, Sammler in zweiter Generation, vor den historischen Fahrzeugen, die Hans Schlömer einst fuhr. Sein Lieblingsstück? Das Holzauto!
Sammler seit zwei Generationen

Mit einem freundlichen Lächeln begrüßt uns Reiner Mütze, der Schwiegersohn des Gründers Hans Schlömer. Er führt das Curioseum voller Tatendrang weiter. Hans ist bereits 2018 im Alter von 70 Jahren verstorben. Mit Reiner hat dieses Meisterwerk der Sammelwut einen leidenschaftlichen Nachfolger gefunden. „Hans Schlömer wurde von vielen Bekannten und Freunden oft liebevoll als Messi bezeichnet“, teilt Reiner uns mit. Wir fragen Reiner, wie er dies alles finanziert. Er erklärt uns, dass er seine Brötchen mit dem Gastronomiebetrieb Wilddieb im Märchenpark verdient. Das Curioseum ist somit Hobby und Leidenschaft.

Hans verbrachte viel Zeit vor dem Computer, um immer wieder Sammlerstücke für das Curioseum zu ersteigern. Er sammelte auf Flohmärkten und Haushaltsauflösungen. Dabei war er durchaus wählerisch, sodass nur wenige Stücke den Weg in sein Zauberreich fanden. Reiner tritt in seine Fußstapfen und sammelt fleißig weiter. Er plant sogar, die Ausstellung zu erweitern und ein zusätzliches Gebäude zu errichten. Seid also gespannt, was noch kommen wird. Im derzeitigen Museum waren einst Stallungen eines landwirtschaftlichen Betriebs.

Den Hof erwarb Hans von einem Landwirt, um seinen Traum zu erfüllen. Reiner zeigt uns, wo die Schweine und wo die Kühe untergebracht waren. Du erkennst es heute noch am Boden.

Eine Oma und ihre Enkelin sehen sich Museumsstücke an.
Überwältigt und fasziniert staunen Jung und Alt über all die kuriosen, lustig arrangierten Dinge.
Mit dem Holzauto um die halbe Welt

Wir fragen Reiner nach seinem Lieblingsstück. Seine Augen leuchten und sein Lächeln wird noch herzlicher. Das Holzauto, sagt er spontan, ohne lange nachzudenken. Sofort marschiert er los, um es uns zu zeigen. Wir sind baff! Dort steht ein altes Mercedes Coupé komplett aus Holz. Reiner erklärt uns voller Stolz, dass dieses Fahrzeug aus Jamaika stammt. Einst wurde es aus Brettern von Holzkisten gebaut. Reiner holte es und stellte es in die Sammlung. Bei geöffneten Flügeltüren ist das filigrane Innere sichtbar.

Anfangs wirkte das Curioseum recht überschaubar. Schnell stellen wir aber fest, dass es überall Emporen, Rampen, Aufgänge und Brücken gibt. Es wirkt wie ein Labyrinth, passend zum kuriosen Rest. An einer Ecke stehen drei historische Fahrzeuge: ein Austin, ein BMW und ein Jaguar. „Diese Autos hatte mein Schwiegervater einst tatsächlich gefahren“, teilt Reiner uns nicht ohne Stolz mit. Gern lässt er sich von uns vor den Fahrzeugen fotografieren.

Geputzt und aufpoliert

Beeindruckt sind wir über den guten Zustand der historischen Landmaschinen und Autos. Reiner verrät uns, dass er alles eigenhändig in Schuss bringt. Manchmal besorgt er sich neue Exponate, die in einem erbärmlichen Zustand sind. Dann muss Reiner Hand anlegen und erstmal restaurieren. So auch bei seiner neusten Errungenschaft, einer Eisenbahn aus Blech von 1918. Der Fundus reicht von Relikten im Retro-Style der 1970er Jahre bis zu einzigartigen historischen Schmuckstücken. Hier finden außergewöhnliche Sammlungen einen Ehrenplatz und müssen nicht auf Dachböden verstauben. Oft müssen wir schmunzeln, oder lachen, wie beispielsweise bei einer Ausgabe der Bild-Zeitung von 1969 mit der Schlagzeile: Jetzt ist der Mond ein Ami.

Eine Oma mit ihrer Enkelin in einem Museum.
Take it easy. Das Curioseum ist ein Spaß für die Familie. Es gibt viel zu lachen. Nimm nicht alles so ernst. Nutze den Museumsbesuch, um deinen Geist zu beflügeln.
Ab nach draußen

Unsere Enkeltochter hat natürlich den Spielplatz vor dem Gebäude entdeckt, bevor wir das Museum betreten haben. Jetzt will sie endlich auf den Spielplatz, obwohl es sehr frisch ist. Ein kalter Wind bläst uns um die Nase. Wir spüren, dass wir uns in einem Wintersport-
gebiet befinden. Also: Zieht euch warm an, wenn ihr einen Ausflug plant. Der Spielplatz ist toll und bietet einen wunderbaren Abschluss unseres Ausflugs. Unermüdlich freut sie sich über die Spielgeräte. Der Spielplatz ist ein gelungener Abschuss eines ereignisreichen Tages.

Auf der Fahrt nach Hause resümieren wir über unsere Eindrücke. Hans Schlömer ist es gelungen, etwas Einzigartiges zu schaffen. Wir haben großen Respekt vor der vielen Arbeit, die jetzt Reiner Mütze weiterführt. Wir sind uns sicher, dass wir wiederkommen werden. Zu vieles ist zu schnell an uns vorübergezogen. Wenn du das Curioseum besuchen wirst, nimm dir genügend Zeit. Es lohnt sich.

edlake-Fazit

Es lohnt sich, einen Ausflug ins Curioseum zu machen. Plant genügend Zeit ein, denn es gibt so vieles zu sehen und zu entdecken. Reiner ist ein leidenschaftlicher Sammler. Er bleibt uns als überaus freundlicher, gut gelaunter Zeitgenosse in Erinnerung. Wir hatten viel Spaß zusammen. Es ist kein Museum, das mit erhobenem Zeigefinger zwanghaft Wissen vermitteln will, es ist ein Ort, der den Geist beflügelt und der humorvoll den Alltag auf die Schippe nimmt. Als wollen Hans und Reiner uns vermitteln: „Nimm nicht alles so furchtbar ernst, das Leben ist schön und voller Wunder.“ Vergiss das nie. 

Ein Mädchen schaukelt vor einem Jet.
Der Spielplatz vor dem Museum ist super zum Austoben: Endlich darf ich wieder laut sein.

Weitere Informationen erhaltet ihr hier:

Curioseum
Familie Schlömer-Mütze
Am Ettelsberg 1
34508 Willingen
Tel.: 05632 / 6232
info@curioseum-willingen.de
www.curioseum-willingen.de

Öffnungszeiten:
Nov. bis April samstags / sonntags + in den Ferienzeiten
von 10 bis 17 Uhr

1. Mai bis 1. November
täglich von 10 bis 17 Uhr

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