Während unseres Ausflugs in Naumburg treffen wir Claudia Thöne, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung im Bereich Tourismus. Sie lud uns ein, damit wir uns vor Ort über die Vorbereitungen zu den 25. hessischen Pomologentagen informieren können. Was aber ist denn ein Pomologe? Genau das wirst du in diesem Beitrag erfahren.
Raus aufs Feld
Claudia nimmt uns mit zu den Apfelbäumen in Naumburg. Sie kennt sich bestens mit der Apfelernte aus und erklärt uns vieles, was wir bislang nicht wussten. Wir fahren zu den Hengstwiesen. Hier wurden einst Quellen aufgestaut, und so blicken wir auf einen bildschönen kleinen See. Früher, so erklärte uns Claudia, weideten hier tatsächlich Hengste. So gibt es in der Gegend ebenfalls eine Ochsenwiese bei der Hummelwerkstatt, und Richtung Wolfhagen die Gänseelbe. Dort befindet sich inzwischen ein Bolzplatz für Kinder. Wir stehen jetzt am Rand des Naturschutzgebiets Habichtswald und die Bäume sind prall mit Äpfeln gefüllt.
Wir wollen Äpfel
Na ja, so ganz allein lassen die Bäume ihre kostbaren Früchte nicht fallen, obwohl schon einige unter den Bäumen liegen. Diese lassen wir aber liegen, und Claudia holt nur frisches Obst vom Baum. Die zuvor abgefallenen Äpfel gibt sie der Natur zurück. Wildtiere und Insekten danken für das Festmahl. Außerdem düngen sie den Boden für die Bäume. Keltereien prüfen die einzelnen Äpfel sorgfältig, bevor sie diese verarbeiten, damit nur beste Qualität in den Saft wandert. Claudia erklärt uns, dass die Äpfel von den naturnahen Streuobstwiesen wesentlich mehr Säure enthalten als jene aus kultiviertem Anbau, die einen höheren Zuckeranteil haben. Insbesondere, wenn Keltereien Saft oder Wein produzieren, sind sie auf Früchte mit hohem Säuregehalt angewiesen. Die Äpfel vor uns sind deshalb keine Tafeläpfel, sondern Saftäpfel. Trotzdem schmecken sie fantastisch. Sie sind klein, mit gesunder, bunter Farbigkeit. Die Früchte mit ihren knallroten Bäckchen leuchten vor dem tiefblauen Herbsthimmel und dem noch saftig grünen Laub. Eine fantastische Farbenpracht.
Bäumchen schüttel dich
Claudia legt jetzt eine Plane unter den ersten Baum, um die Äpfel beim Schütteln vom Fallobst zu unterscheiden. Sie nimmt ein Gerät, das einem Enterhaken gleicht, und schüttelt nur leicht am ersten Ast. Eine Menge Äpfel purzeln vom Baum auf die Plane. Im Nu ist unser Korb mit schönen, reifen Äpfeln gefüllt. Sie zeigt uns ebenfalls, wie du Äpfel richtig vom Baum pflückst. Sie nimmt einen Apfel in die Hand, wobei er sich fast von selbst löst. „Dann ist der Apfel wirklich reif“, sagt sie. Früchte, die der Baum noch nicht hergibt und an denen du ordentlich ziehen musst, sind nicht reif.

Die Bäume der Stadt Naumburg
Die Bäume gehören allesamt der Stadt Naumburg. Die Stadtverwaltung „vermietet“ Bäume für kleines Geld, wenn du ihn selbst ernten möchtest. Außerdem gibt sie gern geerntete Früchte an Bürger und Gäste ab. Wenn du Interesse hast, melde dich bei der Stadtverwaltung. Naumburg hat sich zu einer Apfelstadt entwickelt. Die Bäume stehen hier in bildschöner Natur und bereichern das Landschaftsbild der hüglig-bergigen Umgebung.
Apfel und Natur
In Naumburg, aber auch in vielen anderen Gegenden gehören Obstbäume zum Landschaftsbild. Sie haben sich in unsere heimische Natur integriert und sind ein festes Glied im natürlichen Kreislauf. Es gibt ebenso einen natürlichen, wildwachsenden Apfelbaum, den Holzapfel. Dieser fand wahrscheinlich aus Asien kommend vor langer Zeit seinen Weg zu uns.
Die Apfelernte in diesem Jahr wird durchwachsen ausfallen. Spätfröste im Frühling haben den Früchten arg zugesetzt. Die empfindlichste Zeit für junge Äpfel ist, wenn sich nach der Bestäubung die winzige Frucht bildet, genauso wie ein neugeborenes Baby. Nachtfröste in dieser Zeit fügen den Äpfeln große Schäden zu, so wie in diesem Jahr. Trotzdem finden wir in Naumburg reich beschenkte Bäume. Maßgeblich ist der richtige Standort.
Vorfreude auf das große Fest
Der Zauber um die Frucht mündet in ein großes Apfelfest, die 25. hessischen Pomologentage in Naumburg. Hier zelebrieren die Bürger, Gäste und angereiste Experten das leckere Obst. Das Fest wird vom 25.10.2024 bis zum 27.10.2024 gefeiert. Jetzt wissen wir auch endlich, was ein Pomologe ist. Es ist ein Experte, der mit wissenschaftlicher Akribie die unzähligen Apfelsorten studiert, bestimmt und deren Eigenarten kennt. Wenn du also einen Apfelbaum im Garten hast und nicht weißt, welche Sorte dort steht, dann bringe fünf reife Früchte mit und lasse sie vom Pomologen bestimmen. Sie geben dir zusätzlich Tipps, wie du deinen Sorte am sinnvollsten verarbeitest.
Buntes Markttreiben in Naumburg
Selbstverständlich dürfen auf solch einem Event Marktstände nicht fehlen. Hier wirst du kaufen und probieren können. Und wenn dich das Apfelfieber packt, wirst du deinen Lieblingsapfelbaum hier bei einer Baumschule kaufen. Du bekommst vor Ort Empfehlungen von Pomologen, welche Apfelsorte am besten zu dir passt. Apfel ist eben nicht gleich Apfel. Claudia wies uns darauf hin, dass es keine absolute Sicherheit gibt, den Baum zu bekommen, den du möchtest. Es gibt Fälle, wo sich plötzlich andere Sorten am Baum entwickeln als gedacht. Sei es durch Verwechselung oder andere Einflüsse. Im Zweifel lässt du dann später die Früchte vom Pomologen nochmal bestimmen. Essen kannst du natürlich all die köstlichen Sorten. Du wirst staunen, was du aus Äpfeln zaubern kannst. Probiere auch unbedingt die köstlichen Säfte, Weine und den Sekt. Oder verzehre die Äpfel frisch gepflückt vom Baum. Guten Appetit!
Und wenn du noch mehr über Naumburg erfahren möchtest, dann lies gerne unseren Artikel!
edlake-Tipp
Du hast auf den Pomologentagen die einmalige Chance, mit echten Fachleuten zu sprechen, wenn es um Apfelbäume im Garten geht. Nutze die Gelegenheit, bei Fragen um Schädlingsbefall, Standort oder richtige Pflege von Experten nützliche Tipps zu bekommen.
Weitere Informationen
Stadt Naumburg
Claudia Thöne
Burgstraße 15
34311 Naumburg
Tel. 05625 / 7909-63
claudia.thoene@naumburg.eu
www.naumburg.eu
www.hessische-pomologentage.de
Veranstaltungsort der Pomologentage:
Haus des Gastes
Hattenhäuser Weg 10
34311 Naumburg





