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Wanderdachshund – Gefährten

Wir reisen jetzt mehr denn je. Fernweh gab es immer, die Menschen sehnten sich in ihrer ganzen Geschichte danach, neue Orte zu entdecken, aus den unterschiedlichsten Beweggründen. Heutzutage haben wir noch mehr Möglichkeiten zu reisen, und für einige ist es zum Lebensstil geworden. Dabei kommen viele Fragen auf, wie zum Beispiel: wohin, womit oder wie? Eine Frage wird jedoch immer kontrovers diskutiert: allein oder in Begleitung? Hier scheiden sich die Geister, und für jede Form des Reisens werden zahlreiche Vorteile und Nachteile auf den Tisch gebracht.
Allein zu reisen kann sowohl Ruhe bringen als auch ein Gefühl von Kontrolle. Man entscheidet selbst, wohin der Weg geht, wie lange die Reise ist und unter welchen Bedingungen. Man hat ausreichend ungestörte Zeit, um alles zu bewundern und zu verinnerlichen, und oft bedeutet eine Reise allein auch eine Reise zu sich selbst, während der man viele wertvolle Erkenntnisse und Erfahrungen gewinnt. Beim Alleinreisen werden viele Sachen anders wahrgenommen, da man insgesamt offener neuen Eindrücken und auch anderen Menschen gegenüber ist. Eine Solo-Reise kann auch eine Herausforderung sein, aus der man oft gestärkt und mit mehr Selbstwertgefühl zurückkommt.

Viele Menschen entscheiden sich auch fürs gemeinsame Reisen, in der Gruppe oder zu zweit. Es gibt einerseits sachliche Aspekte, die hier eine Rolle spielen, wie Sicherheit, Kosten, Teilen der Planung. Andererseits ist es wohl bekannt, dass die Menschen soziale Wesen sind und gerne Erlebnisse, Emotionen und Gedanken teilen wollen. „Ohne Gefährten ist kein Glück erfreulich“, meinte auch der Philosoph Seneca. Außerdem benötigen große Abenteuer eine entsprechende Besatzung – wer kennt die Gefährten aus „Herr der Ringe“ nicht?

Manche Gefährten begleiten uns den ganzen Weg, manche nur Teile davon. Jeder aber bereichert uns das Leben in seiner Art und Weise. Manche Gefährten machen uns einfach das Leben schöner und bringen uns Freude. Manche lehren uns eine Lektion, ohne die wir sonst nicht weitergekommen wären. Manche haben ein menschliches Gesicht und können sprechen, andere haben vier Beine, dafür aber eine unendliche Treue. Jeder Gefährte ist wertvoll, und sein Beitrag an unsere Reise darf geschätzt werden.

In meinen Reisen wurde ich von vielen Gefährten begleitet. Auf meine zwei Menschen ist immer Verlass, was mir Freude und gleichzeitig Sicherheit gibt. Viele Jahre hatte ich meinen Bruder Dundi an meiner Seite. Manchmal so nah, dass ich ihm schon mal das Essen aus dem Mund gestohlen habe, aber das ist bei Geschwistern üblich, habe ich mir sagen lassen. Dafür habe ich ihm geholfen und den Weg gezeigt, den er aufgrund seiner Blindheit nicht sehen konnte. In den letzten Jahren habe ich die Heidi ins Herz geschlossen, die mich sehr geliebt hat. Es ist so schön, wenn jemand sich vom ganzen Herzen freut, wenn er oder sie dich sieht! Meine Kolumne hat sie auch immer gerne gelesen, was mir viel Selbstvertrauen und Mut gegeben hat. Ich bin sehr dankbar, dass sie mich einen Teil meiner Reise hier in Deutschland begleitet hat. Diese Kolumne kann sie jetzt aus dem Himmel nicht mehr lesen, trotzdem widme ich sie ihr, als Dankeschön für ihre warmherzige Freundschaft.

Am Ende, egal ob wir uns entscheiden, allein zu reisen oder in Begleitung, ob wir auf unseren Reisen Menschen treffen, die uns eine Zeitlang begleiten, sollten wir die Gefährten schätzen, die wir an unserer Seite haben, und dankbar für die sein, deren Weg sich von unserem getrennt hat.

Dem Wanderdachshund folgen

Ihr könnt mich gerne bei meinen Abenteuern am Edersee und in der weiten großen Welt bei Instagram begleiten: Wanderdachshund

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